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Andachtstexte

20.05.2020

Geistliches Wort zu Christi Himmelfahrt, 21.05.2020

Christi Himmelfahrt

"Durch die Kraft seiner Stärke hat Gott Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt." (Epheser 1, 20b-23)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vom Himmel ist die Rede. Wohlgemerkt – nicht von dem sichtbaren Himmel. Nicht von dem, was wir sehen können. Auch nicht von den oberen Luftschichten der Erde, in denen Flugzeuge oder gar Satelliten herumfliegen. Wir müssen zwischen Himmel und Himmel unterscheiden: Dem „sichtbaren“ und dem „unsichtbaren“ Himmel – so wie´s im Nicänischen Glaubensbekenntnis bezeugt wird: Gott als Schöpfer der sichtbaren und der unsichtbaren Welt. Im Englischen ist die Unterscheidung einfacher. Zwei Worte stehen für zwei verschiedene Anschauungen: sky und heaven. Sky meint das Sichtbare, an dem wir die Wolken und die Flugzeuge sehen können. Heaven meint das andere, das nicht Fassbare, den Raum der unserer Verfügungsgewalt entzogen ist. Und eben von diesem Himmel redet der Text im Epheserbrief.

In diesem Himmel ist Jesus zu Hause. Dorthin ist er uns vorausgegangen. Dort hat er seinen Platz zur Rechten Gottes. So bekennen wir es in jedem Gottesdienst „Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur rechten Gottes, des Allmächtigen Vaters.“ Das ist kein Himmelfahrtskommando in unserem Sinne, das ihn dahin gebracht hätte. Das ist allein die Entscheidung Gottes, seines und unseres himmlischen Vaters, der ihn zu sich geholt und ihm Vollmacht gegeben hat über alles: "…eingesetzt zu Gottes Rechten über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat ....". . Dort ist sein Platz. Dort ist sein Zuhause. Von dort aus ist er wirksam in dieser und in der zukünftigen Welt.

Das klingt herausfordernd auf dem Hintergrund unserer alltäglichen Erfahrungen mit Macht und Gewalt und Herrschaft und Reiche unserer Welt! Wir sehen und hören tagtäglich von Machtgelüsten derer, die auf Menschenleben keine Rücksicht nehmen, und denen zur Erreichung ihrer fragwürdigen Ziele jedes Mittel recht ist.

Und nun: Da ist dieser Eine, der über alles und alle gesetzt ist! Eine solche Glaubensaussage entspricht nicht unseren Alltagserfahrungen. Wo und wie ist das spürbar; wo dieser Himmel erlebbar?

Und dennoch hat es Kraft: Da ist jemand, der will es anders. Der kann unsere Herzen anrühren, damit es anders wird. Einer, der auch hier und heute um unser Vertrauen wirbt. Bei Ihm haben wir nichts zu verlieren – im Gegenteil: Wir haben den Himmel zu gewinnen. Dank Ihm! Denn dazu ist er zu uns gekommen, damit er als der Gekreuzigte und Auferstandene nun seine göttliche Sendung an uns und für uns vollende: Christus Jesus, den die nachösterlichen Zeugnisse „den Lebendigen“ nennen. Orientieren wir uns doch an Ihm – und nicht an den anderen, die sich als die Mächtigen hier auf Erden aufspielen. Wir kennen doch deren teilweise niederträchtigen Ziele, nicht wahr? Und darum sollten wir es nicht eilig haben, ihre Machenschaften erst am eigenen Leib erfahren zu müssen…

"Wir dagegen haben unsere Heimat im Himmel. Von dort erwarten wir auch Jesus Christus, unseren Herrn und Retter.” (Phil. 3,20) Auch wenn ein Platz bei Gott für jeden von uns reserviert ist, ist uns doch zuerst einmal das Leben hier auf der Erde geschenkt und anvertraut. Mehr noch: Da sind wir zuallererst darauf verwiesen, hier in dieser Welt, in der wir leben, für Andere den Himmel ebenfalls zu öffnen…

Denn Jesus hat in diesem Himmel seinen Platz bereits eingenommen. Und er hält die Plätze für uns bereit. An seiner Seite. In Zeit und Ewigkeit. Er ist eben ein ganz anderer Herrscher, der niemanden auf ein Himmelfahrtskommando schickt. Sein Platz ist zur Rechten Gottes, so hören wir in diesem Lobpreis. Das gibt uns Orientierung als christliche Gemeinde. Er das Haupt, wir seine Glieder. Es ist eine Erfahrung, die nicht mit Händen zu greifen ist. Sie ist eine Sache des Vertrauens. Man kann auch sagen: sie ist Herzenssache. Und dafür kann man niemandem eine Bedienungsanleitung mitliefern.

Aber ich kann und möchte uns ermutigen, sich diesem Christus immer wieder zu öffnen. Denn: Von ihm können wir lernen, wie gut Gott es mit uns meint. Von ihm können wir lernen, dass wir, egal was auch geschieht, wir uns von Gott gehalten wissen dürfen. So wird das Schwere in unserem Leben zwar nicht ungeschehen gemacht, aber es hilft zu wissen, dass es jemand mit uns trägt. Von diesem Himmel kommen konkrete Wegweisungen - und keine Himmelfahrtskommandos. Diese Wegweisungen sind Gegenentwürfe zu all unseren Reichen, Gewalten, Mächten und Herrschaften. Schaffen wir doch Raum in unserem Herzen und in unserer Mitte für diesen Himmel, der bereits auf Erden beginnt! Amen.

GEBET:
Großer Gott und Herr des Himmels und der Erde!
Du hast Jesus Christus erhöht und verherrlicht,
damit er unser und aller Welt Herr sein kann.
Wir bitten dich: Erfülle uns mit deinem heiligen Geist,
damit auch wir Jesus Christus als unseren Herrn und Heiland bezeugen
und ihm von Herzen Lob und Dank singen! Amen.

LIED:

1. Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.
 
2. Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.
 
3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich. 
 
6. Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeine,
die ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.
 
Text: Philipp Friedrich Hiller
Musik: Johann Löhner
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