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Konfirmation in Alt-Krefeld am 5. Mai 2018 - Ein Rückblick

 „Mit jungen Leute etwas zu machen – das bringt Spaß!“

Nun ist es geschafft: 38 junge Menschen wurden am Samstag, den 05. Mai konfirmiert und damit in die evangelische Gemeinde Alt-Krefeld aufgenommen. Sie haben ein großes Fest gefeiert, mit Verwandtschaft und Freunden. Das Besondere daran: Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben alle Elemente um die feierliche Einsegnung herum selbst geplant und gestaltet. Das Thema: Frieden!

Viele Talente unter den Konfis

Die KonfirmandInnen hatten sich damit auseinandergesetzt, jede/r in einer Gruppe.

Ein Mädchen weiß es ganz genau: „Der Konfirmanden-Unterricht hat am 16. Mai 2017 begonnen.“ Immer dienstags nachmittags kamen die Konfis für zweieinhalb Stunden ins Gemeindehaus an der Alten Kirche.

Das ist die klassische Form des Unterrichts – mit Rücksicht auf die immer längeren Stundenpläne in den Schulen jedoch auf ein Jahr komprimiert.

Pfarrer Jörg Geyer von der Erlöserkirche in Lindental und Volker Schran von der Alten Kirche haben den Unterricht gemeinsam gestaltet. Sie machen das mit theologischer Sachkenntnis, großem Engagement, und sie bringen dazu ihre besonderen Talente ein.

Volker Schran ist Musiker in alten und modernen Tönen – die Mädchen und Jungen begleitet er am Anfang jeder Stunde zu den Kirchenliedern. Und dann auch bei der Konfirmation, wofür er so einige Talente ans Licht geholt hat.

Pfarrer Geyer hat Sinn für Dramaturgie: Er weiß genau, dass zu einer Präsentation auch die Lust am Auftritt und eine überzeugende Choreographie gehören: „Lesen vor Menschen muss man üben.“

Die beiden Pfarrer bringen den Konfirmanden nicht nur religiöse Inhalte nahe, sondern sie festigen sie in ihrem Glauben, in ihrem Selbstgefühl und darin, auf die eigenen Kräfte zu vertrauen. Eines ist beider feste Überzeugung: „Mit jungen Leute etwas zu machen – das bringt Spaß!“

Zum Team im Verbund dreier Kirchen gehören zudem die beiden Küster Alexander Karrasch und Heidi Trienenjost.

Keine Prüfungen, kein Druck

Klar, dass Vaterunser und Glaubensbekenntnis und auch einige Lieder gelernt sein müssen. „Aber Prüfungen gibt es bei uns nicht“, erklärt Pfarrer Geyer, „wir wollen keinen Druck aufbauen.“

Ein Junge erzählt aus seiner Familie. Als der Großvater konfirmiert werden sollte, mussten die Konfirmanden vorher eine öffentliche Prüfung ablegen. Man hatte sich darauf geeinigt, dass sich mit dem rechten Arm die meldeten, die die Antwort wussten. Wer es nicht wusste, hob den linken. Fatalerweise verwechselte der Pfarrer die Absprache – peinlich für alle Beteiligten.

Einer solchen Bloßstellung wurden die Konfis von Alt-Krefeld bestimmt nicht ausgesetzt. Sie sind in dem verflossenen Jahr zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen. Das merkt man an dem Umgang miteinander, an dem Verständnis füreinander und an der Arbeit in den Gruppen. „Ihr seid ja jetzt wer“, sagt Pfarrer Geyer. Wichtig dafür war auch eine gemeinsame Reise nach Wittenberg. Auf Luthers Spuren waren sie unterwegs.

Vorbereitungen

Für die Planung des abschließenden Konfirmationsgottesdienstes kamen ein paar zusätzliche Freitagnachmittage hinzu, so auch dieser. „Viele kommen direkt aus der Schule, daher gibt es auch etwas zu essen für sie“, sagt der Küster. Also: Erst ein Lied, ein paar einführende Worte und dann der Imbiss.

Anschließend schwärmen die Gruppen aus: Eine Gruppe hat sich Fragen an Passanten überlegt – natürlich zum Thema Frieden. Eine andere formuliert die Fürbitten und schreibt sie auf grünen Karton. Das Papier hat selbst ausgeschnittene Blattform und wird während des Gottesdienstes an einen Baum gehängt. Der Baum ist ein Geschenk engagierter Eltern. Auch gibt es ein Friedens-Puzzle – die jungen Menschen haben sich mit vielerlei Aspekten befasst. Für den Schmuck in der Kirche wird eine Friedenstaube gewählt.

Der Gottesdienst

Ein sehr anrührender Beitrag zum Gottesdienst ist der Gesang. Die Eltern haben einen eigenen kleinen Chor gegründet, den die Kirchenmusikerin Christiane Böckeler leitet.

Aber die musikalische Leistung der Jugend ist überwältigend. Seit Luther ist Musik Tradition der evangelischen Christenheit und Teil der Liturgie. Wenn nun ein Quartett aus den Reihen der KonfirmandInnen ihr „Halleluja“ singt, ist Gänsehaut bei allen Zuhörern angesagt.

 

Christina Schulte