Liebe Gemeinde,

„ein ganzes halbes Jahr“ bin ich jetzt schon Pfarrer in Alt-Krefeld, das fühlt sich gut an. Als ich Ende Januar von der Kirchengemeinde Erkrath nach Krefeld wechselte, waren meine Gedanken noch oft in der Erkrather Gemeinde, in der ich mit viel Herzblut fast 25 Jahre gerne gearbeitet haben. Dank der Herzlichkeit, mit der ich und meine Familie hier von Ihnen empfangen wurden, fühle ich mich den Krefeldern bereits verbunden, zumal uns die Stadt durch den Beruf meiner Frau schon seit fast 30 Jahren eine zweite Heimat geworden ist. Trotz der besonderen Bedingungen, die uns alle Corona auferlegt hatte und hat, konnte ich schon viele Menschen kennen lernen, Gottesdienste feiern, den neuen Konfirmandenunterricht beginnen und Kontakte innerhalb und außerhalb der Gemeinde knüpfen.

Wieviel Freude und Engagement in unserer Gemeinde steckt, erlebe ich gerade mit dem neu ins Amt genommenen Presbyterium, das voller Ideen und Gedanken die Kirche und Gemeinde für die Zukunft vorbereiten, aufbauen und sichern will - ich freue mich auf diese Zusammenarbeit.

Besonders wichtig ist mir bei der Gemeindearbeit das Begleiten der Menschen unterschiedlichen Alters in ihren jeweiligen Lebenssituationen, sowohl bei freudigen, wie auch bei traurigen Anlässen. Einer meiner Schwerpunkte ist dabei die Begleitung der Konfirmanden in einem Alter, in der Ablösung vom Elternhaus beginnt und wir Erwachsenen ihnen „in einem sehr schwierigen bis eher peinlichem Alter“ begegnen. Oftmals werden in dieser Zeit bei den Heranwachsenden entscheidende Eindrücke auch zum späteren Erleben von Kirche und Gemeinde durch uns, den Gemeindegliedern, geprägt. Wenn wir uns als Gemeinde diesen Jugendlichen als ein - im doppelten Sinne – glaubhaftes und authentisches Gegenüber zeigen können, können wir ihnen einen fruchtbaren Boden für ihre Zukunft bereiten.

Gleichzeitig ermöglicht uns der Kontakt zu den Eltern der Konfirmandinnen und Konfirmanden und anderen jungen Familien ein Wiederauffrischen der manchmal bei der einen und dem anderen eher stillen Fragen nach Glauben, Sinn des Lebens und Werteorientierung. Hier sehe ich eine der wichtigen Aufgaben von uns als Kirchengemeinde, in der heutigen Zeit, in der zunehmend Werte- und Sinnverlust spürbar werden.

Viele Aufgaben liegen als Gesamtgemeinde, vor uns - einige, teils auch schmerzvolle Veränderungen hat die Gemeinde bereits erlebt und wird ihr sicher auch im Zeichen des Um- und Aufbruches nicht erspart bleiben. Aber, nachdem die Gemeinde viele solcher Veränderungen – nicht allein durch Corona – bereits hat hinnehmen müssen, ist es mir wichtig, dass wir gemeinsam in ein gutes Fahrwasser miteinander kommen, oder wie es Martin Gotthard Schneider (1960) formuliert hat: Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein, sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein. Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht, wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht. (EG 604, 3) Ich bin dabei recht zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen wird.

Noch pendeln meine Frau, unser Sohn (15) und ich zwischen Erkrath und Krefeld und freuen uns über die Gottesdienstbesucher auch aus Erkrath, die diesen Weg ebenfalls nicht zu weit finden, aber demnächst, wenn die Pfarrwohnung am Hammerschmidtplatz bezugsfertig ist, wohnen wir dann auch endlich hier, so dass Leben und Arbeit weiter noch ein Stückchen näher zusammenrücken.

Ich freue mich auf viele weitere Begegnungen mit Ihnen und euch.

Ihr und euer Gerhard Herbrecht, Pfarrer

 

Pfarrer Gerhard Herbrecht

Hammerschmidplatz 3
47798 Krefeld
T: 640 76 37
Mail: gerhard.herbrecht(at)ekir.de
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